Question: Was studiert ein Gynäkologe?

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Dann solltest Du Frauenarzt werden. Um Deinen Traum verwirklichen zu können, absolvierst Du zunächst ein Medizin Studium von 12 Semestern und schließt die 5-jährige Facharztausbildung im Bereich der Frauenheilkunde an.

Eigentlich, dachte Kandil Uluc, müsste sie sich keine Sorgen machen. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Firmen händeringend nach gutem Personal suchen, wie überall zu lesen war.

Was studiert ein Gynäkologe?

Doch die Rückmeldungen blieben aus. Dann zwei, drei Telefoninterviews, aber kein Stellenangebot. Ihr wurde klar: Das wird schwieriger als gedacht. Sie schrieb weiter Bewerbungen, jetzt auch an kleinere Firmen. Eine Unternehmensberatung in Düsseldorf bat sie zu einem Eignungstest, zu Hause am Computer löste Kandil Aufgaben zum analytischen Denken. Sie bekam eine Einladung zum Gespräch, die Atmosphäre war angenehm, alles schien zu passen.

Doch ein paar Tage später: eine Absage, ohne Begründung. Um Mietkosten zu sparen, ist sie wieder bei ihren Eltern eingezogen. Mittlerweile fragt sie sich: Hat sich das Studium überhaupt gelohnt? Was Kandil lernte: Was studiert ein Gynäkologe? begehrt, wie sie dachte, sind Uni-Absolventen wohl doch nicht. Und: Kandil ist mit ihrem Hochschulabschluss eine von Was studiert ein Gynäkologe? - eine von zu vielen vielleicht?

ᐅ Gynäkologe

Fest steht: In Deutschland studieren heute so viele Menschen wie noch nie zuvor, fast drei Millionen sind es. Allein zu diesem Wintersemester werden eine halbe Million Neueinschreibungen erwartet.

Ein Studium galt bisher als Königsweg zu einem guten Job. Ein Uni-Abschluss war ein Versprechen auf ein gutes Einkommen, auf Status, Aufstieg - auf ein Leben in materieller Sicherheit, weitgehend zumindest.

Auch Kandil hat so gedacht. Ihre Eltern kamen in den Achtzigerjahren aus der Was studiert ein Gynäkologe? nach Deutschland, ihr Vater ist Busfahrer, ihre Mutter putzt. Nach der Schule machte Kandil zuerst eine Ausbildung in der Verwaltung. Aber ein Leben lang Akten abarbeiten? Doch kann sich diese Hoffnung erfüllen, wenn es die Hälfte eines Altersjahrgangs in die Hörsäle und Seminarräume zieht? Verlieren die Abschlüsse dann nicht an Wert? Diese Fragen bewegen viele Studierende in Deutschland, die Stimmung ist durchwachsen.

Einerseits hat der Optimismus zugenommen. Andererseits ist der Wunsch nach einem stabilen Arbeitsplatz Was studiert ein Gynäkologe? gestiegen. Deutlich mehr junge Menschen als früher richten die Entscheidung für das Studienfach nach den Arbeitsmarktchancen aus. Es wird schon irgendwie klappen mit dem Einstieg in den Job, aber so einfach und planbar wie früher ist es wohl nicht - so könnte man die Stimmung an den Hochschulen zusammenfassen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung geht sogar davon aus, dass bald mehr Akademiker einen Job suchen als in den Ruhestand gehen.

Bis 2035 rechnen die Forscher mit 6,5 Millionen Hochschulabsolventen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen. Künftig suchen die Unternehmen vielleicht gar nicht Was studiert ein Gynäkologe? so dringend nach Ingenieuren, Betriebswirten und Chemikern - sondern nach Menschen mit Berufsausbildung, nach Mechatronikern oder kaufmännischen Angestellten.

Pflegekräfte sind schon jetzt rar. Ist Bildungsdeutschland manisch auf ein Studium fixiert? Seit einigen Was studiert ein Gynäkologe? macht daher das Wort vom Akademisierungswahn die Runde - ein Wort, das suggeriert, Bildungsdeutschland sei verrückt geworden und junge Menschen manisch auf ein Studium fixiert.

In die Welt gesetzt hat es der Münchner Philosophieprofessor und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin. Der Andrang auf die Hochschulen, so seine These, frustriere am Ende alle: die Absolventen, die nicht den Job finden, den sie sich versprochen hätten.

Die Lehrlinge, die nach ihrer Ausbildung nun auch noch mit den vielen nicht untergekommenen Akademikern um Stellen konkurrieren müssten. Und natürlich Professoren wie Nida-Rümelin selbst, die sich in den überfüllten Hörsälen voller Credit-Point-gieriger und arbeitsmarktverbissener Studenten nicht mehr so zweckfrei und leidenschaftlich wie dereinst in philosophischen Gedankenflügen verlieren könnten. Kein Wunder, dass der Beifall für die These vom Akademisierungswahn eher von der konservativen Seite kam, von Professoren, deren Selbstverständnis es ist, für eine kleine Bildungselite zuständig zu sein, nicht für den Aufstieg der Massen.

Die Frage ist: Wie berechtigt sind solche Alarmrufe? Hat das Studium wirklich an Wert verloren? Die Antwort lautet: Es ist kompliziert. Zuerst die guten Nachrichten: Im vergangenen Jahr meldeten Unternehmen der Arbeitsagentur 193.

Wer ein Studium abgeschlossen hat, muss laut Statistik nicht lange nach einem Job suchen: 73 Prozent der arbeitslosen Akademiker fanden nach weniger als sechs Monaten eine Stelle. Die Arbeitslosenquote für Hochschulabsolventen lag 2016 bei 2,6 Prozent - ein Wert, bei dem Ökonomen von Vollbeschäftigung sprechen. Selbst wenn die Wirtschaft mal nicht wie im Moment auf Hochtouren läuft, haben Hochschulabsolventen kaum das Risiko, ohne Job auf der Straße zu stehen: Seit der Wiedervereinigung ist die Arbeitslosenquote unter Akademikern nie über vier Prozent gestiegen.

Und das alles, obwohl immer mehr Menschen ein Was studiert ein Gynäkologe? abschließen. Das klingt, als dürfte es Absolventen wie Kandil gar nicht geben. Als wäre die Betriebswirtin eine krasse Ausnahme. Und hier wird es nun kompliziert: Kandil - und viele andere, die sich in einer ähnlichen Lage befinden - tauchen in der Arbeitslosenstatistik gar nicht Was studiert ein Gynäkologe?. Offiziell ist Kandil Teil der Akademiker-Vollbeschäftigung. Als die Stellensuche schwierig wurde, knüpfte sie an einen alten Job aus der Studienzeit an: Seit zwei Jahren sitzt sie am Flughafen Düsseldorf hinter dem Geldwechselschalter, tauscht Geschäftsreisenden noch rasch vor dem Abflug Euro gegen Dollar, Zloty Was studiert ein Gynäkologe?

Euro, mal von morgens um fünf Uhr bis mittags, mal von mittags bis abends um neun, 40 Stunden die Woche. Es ist eine Notlösung, ihre Kollegen am Wechselschalter haben teilweise keine Ausbildung, erzählt sie.

Andere haben - wie sie - studiert. Ein Kollege mit Bachelorabschluss und kleinen Kindern sage, er könne nicht ewig die richtige Stelle für seine Qualifikation suchen. Auf diesen Wert kommt die Was studiert ein Gynäkologe?

Christina Boll, die am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut zum Thema Überqualifikation forscht. Je nach Definition fällt der Anteil mal höher, mal niedriger aus. Aber klar ist immer: Hochschulabsolventen haben ein deutlich größeres Risiko als Menschen mit mittleren Abschluss, sich auf dem Arbeitsmarkt unter Wert verkaufen zu müssen.

Die Gefahr scheint auf den ersten Blick sogar gewachsen zu sein. Unter den Frauen schoss der Anteil sogar von etwa 23 Prozent auf 33 Prozent, was aber auch daran liegt, dass heute mehr Frauen erwerbstätig sind als früher.

Der Trend könnte sich fortsetzen, sagen die Forscher vom Bundesinstitut für Berufsbildung voraus. Gleichzeitig werden einige Jobs anspruchsvoller und verlangen stärker als bisher nach Hochschulabsolventen. Ein paar alte Grundsätze werden wohl auch weiterhin gelten: Geisteswissenschaftler tun sich auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Ingenieure. In Was studiert ein Gynäkologe? sind Akademiker häufiger arbeitslos als im Westen.

So wie Sebastian, 34 Jahre alt. An der Uni Leipzig hat er Englisch und Französisch studiert, 2014 den Abschluss als Diplom-Übersetzer gemacht. Er bewarb sich bei Übersetzungsbüros, den verschiedensten Firmen im In- und Ausland, einmal sogar bei den Vereinten Nationen.

Er gibt Nachhilfe, um die Sprache nicht zu verlernen, nimmt Computerkurse, fährt zu Jobmessen. Die einzige Stelle bisher: ein paar Wochen im Callcenter. Die vermeintlich guten Arbeitsmarktzahlen für Hochschulabsolventen haben immer eine Kehrseite: Wer keine Stelle findet, den muss der Misserfolg besonders schmerzen. Das Gefühl des Scheiterns quält dann umso mehr. Angebot und Nachfrage von Akademikern sind nicht der einzige komplizierte Teil der Erzählung.

Die Einkommen von Hochschulabsolventen sind auf den ersten Blick stabil geblieben - trotz der größeren Absolventenzahlen. Aber auch das ist wieder nur eine Seite der Geschichte. Die andere kann man zum Beispiel in Was studiert ein Gynäkologe? Internetforum nachlesen, in dem eine junge Frau von ihrem Klassentreffen berichtet. Die meisten hätten bereits den Bachelorabschluss geschafft und seien ins Berufsleben gestartet, schreibt sie.

Irgendwann sei das Gespräch aufs Geld gekommen. Der falsche Vergleich Vor dem Abitur sei sie von der Schule abgegangen, habe eine Lehre begonnen - als Fachinformatikerin.

Nun verdiene sie, die Abi-Abbrecherin, mehr als viele Akademiker mit den höchsten Bildungsweihen. Es gibt viele solcher Geschichten. Akademiker im Bereich Tourismus und Hotellerie müssen sich dagegen im Schnitt mit 1,3 Millionen begnügen. In der Informatik bringt bereits die Berufsausbildung 2,2 Millionen Euro Lebenseinkommen - deutlich mehr als viele Studienberufe.

Kein Wunder also, dass beim Klassentreffen die meisten alten Schulkameraden erblassten, als sie die Geschichte der Abi-Abbrecherin hörten. Diejenigen, die vor dem Akademisierungswahn warnen, verweisen gern auf solche Zahlen. Seht her, es müssen nicht alle studieren, manchmal macht man mit der klassischen Lehre sogar mehr Geld. Der Run auf die Unis folge also falschen Annahmen. Die Frage ist nur, ob der Vergleich nicht selbst einer falschen Annahme folgt. Ein Abiturient steht oft nicht vor der Wahl, ob er Sozialpädagoge wird oder Fachinformatiker.

Er entscheidet eher zwischen einer Ausbildung als Krankenpfleger oder einem Medizinstudium, zwischen der Fachschule für Fremdsprachenassistenz oder dem Studiengang für Übersetzung - also zwischen Lehrberufen und Studiengängen in dem Bereich, der den eigenen Interessen entspricht.

Was studiert ein Gynäkologe?

Hätten alle Schulkameraden der Abi-Abbrecherin Informatik studiert, hätte es Was studiert ein Gynäkologe? kein großes Staunen beim Wiedersehen gegeben. Dann hätte das Bild wieder gestimmt: Wer studiert hat, verdient mehr. Aber weil ein Klassentreffen von lauter Informatikern sehr unrealistisch ist, kann man aus dem Staunen vielleicht doch eine Erkenntnis ziehen.

Wir erwarten von der Gesellschaft oft, dass sie Anstrengungen belohnt. Dass es honoriert wird, wenn man lernt und in Bildung investiert, Abitur macht, Semester um Semester im Hörsaal verbringt.

Aber strengt sich, wer Informatik paukt, mehr an als derjenige, der zwei Seminarräume weiter Byzantinistik studiert? Sind zehn Semester Medizin eine größere Leistung als zehn Semester Sozialpädagogik?

Am Ende zählen andere Dinge oft mehr: die Branche, die Region, das Unternehmen, der Zufall, dass die eigenen Neigungen und Interessen gerade auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt sind. Wenn Studierende heute für etwas ihre Stimme erheben könnten, dann vielleicht für mehr Gleichheit in der Arbeitswelt.

Wenn die Gehälter und Chancen nicht so weit auseinanderdriften, dann muss sich niemand die Frage stellen, die auch Absolventin Kandil umtreibt: Lohnt sich der Gang an die Hochschule?

Dann kann man einfach studieren.

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