Question: Wie geht ein Zwiegespräch?

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Das Zwiegespräch ist ein Selbsthilfekonzept, entwickelt von Michael Lukas Moeller und seiner Frau Celia Fatia. Zwei Personen führen regelmäßig, in zeitlichem Wechsel aufeinander bezogene Gespräche. Jeder berichtet wie er sich selbst, den anderen und die gemeinsame Beziehung erlebt.

Trauer ist der stärkste Stress, den ein Mensch überhaupt erfahren kann, so hat es der Psychoanalytiker Collin Murray Parkes formuliert. Die Schweizer Psychotherapeutin Verena Kast schreibt, Wie geht ein Zwiegespräch? wir uns über unsere Bindungen definieren - der Tod eines geliebten Menschen erschüttert uns daher in unserem Selbstbild. Indem wir unseren Verlust betrauern und ihn seelisch verarbeiten, wandeln wir uns. Trauer verändert: Wir gehen bewusster durchs Leben, legen vielleicht ganz andere Maßstäbe an unseren Alltag an, entwickeln einen Blick für das, was wir als wesentlich ansehen.

Wie geht ein Zwiegespräch?

Die Psychotherapie ging lange davon aus, dass Trauer in verschiedenen Phasen durchlaufen wird, deren Dauer unterschiedlich lang sein kann. Man will die Tatsache des Todes nicht wahrhaben, ist quasi empfindungslos. Diese allererste Phase kann einige Stunden bis zu einer Woche andauern. Bei unerwarteten Todesfällen zieht sich diese Phase eher länger hin, also über mehrere Tage, so die Forschungen des Psychoanalytikers John Bowlby.

Zorn, Ohnmacht, Angst, Schuldgefühle, Trauer: In dieser Phase brechen die Gefühle auf. Oft wird ein Schuldiger für den Tod des geliebten Menschen gesucht. Bei Menschen, deren Angehöriger Suizid begangen hat, richtet sich der Zorn der Angehörigen nicht selten direkt gegen den Selbstmörder.

Besonders heftig, so Verena Kast, sind die Gefühlsausbrüche Angehöriger nach dem Verlust von Menschen, die jung und plötzlich sterben. Die Aufmerksamkeit des Trauernden richtet sich auf Orte, die der Verstorbene geschätzt hat oder auf Wie geht ein Zwiegespräch?, die dieser gerne hatte.

Viele Trauernde beginnen, ein inneres Zwiegespräch mit dem Verstorbenen zu führen. Verläuft die Trauer gut, kann man sich allmählich vom Verstorbenen lösen. Es passiert aber auch, dass Trauernde ein Zweitleben mit dem Verstorbenen führen, nichts ändern an Einrichtung und Gewohnheiten.

Und sich Wie geht ein Zwiegespräch? mehr und mehr aus dem Leben zurückziehen. Wird der innere Begleiter aber zur zweiten Persönlichkeit, das heißt, lebt man quasi das Leben des Verstorbenen, ist diese Phase nicht erfolgreich bewältigt.

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Permanente Trauer wäre nicht auszuhalten. Trauer ist Wie geht ein Zwiegespräch? nur erträglich, weil sie in einer Art Wellenbewegung verläuft. Wir pendeln emotional hin und her. Wir richten unser Augenmerk auf den Schmerz des Verlustes, seine Tragweite und Bedeutung - und dann wenden wir uns geistig wieder unserem direkten Lebensumfeld zu, den anderen Menschen, den Vorgängen in der Gegenwart. Unsere Stimmung hellt sich vorübergehend auf und wir treten in Kontakt zu unserer Umwelt.

Dann tauchen wir erneut ab und setzen unseren Trauerprozess fort. Diese kurzfristigen Stimmungsumschwünge sorgen für Wie geht ein Zwiegespräch? vorübergehende Linderung unseres Schmerzes.

Auf diese Weise sind sie uns behilflich, uns allmählich an den Verlust zu gewöhnen. Bonanno Wenn das eigene Kind stirbt, fällt die Rückkehr ins Leben extrem schwer. Früher galt das Trauerjahr als gesellschaftlich akzeptierter Zeitraum für das Abschiednehmen.

Besonders um das Datum des ersten Todestags herum können die Trauer-Gefühle bei den Hinterbliebenen noch einmal heftig aufbrechen. Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die die Trauer erschweren und die Zeit des Trauerns stark verlängern können: Davon spricht man, wenn Wie geht ein Zwiegespräch? 13 Monate nach dem Todesfall der Trauernde von den gleichen Emotionen beherrscht wird wie kurz nach dem Verlust: Der tiefe seelische Schmerz lässt nicht nach, die Verzweiflung über den Verlust nimmt nicht ab.

Der Trauernde hat eine unstillbare Sehnsucht nach dem Verstorbenen und ist unfähig auch nur für kurze Momente Freude an dem zu empfinden, was in der Gegenwart passiert. Menschen, deren Trauer stark verlängert ist, haben in ihrer Kindheit oft unsichere Bindungen oder frühe Verluste erlebt. Viele hatten eine besonders enge und ausschließliche Bindung an den Verstorbenen. Darunter verstehen Trauerbegleiter und Psychotherapeuten das Phänomen, wenn Trauer von traumatischen Erfahrungen überlagert wird - wenn also immer wieder Erinnerungsblitze Flashbacks auftreten mit belastenden Bildern zum Beispiel vom Sterbeprozess, der Trauernde ständig angespannt und reizbar ist und er Vermeidungsverhalten oder Wiederholungsverhalten zeigt: Das heißt, entweder meidet er alles, was ihn an den Verstorbenen erinnert oder er sucht es ständig.

Diese Form der Trauer kann nur von speziellen Traumatherapeuten behandelt werden - oft allerdings erst Monate nach dem Todesfall. Vor zwei Jahren wurde einem Trauernden erst nach einem Jahr mit solchen Symptomen eine Depression attestiert.

Nach der geltenden Regel hat der Trauernde zwei Monate Zeit zu Trauern, danach gilt er als depressiv. Psychotherapeutin Verena Kast ist empört: Der Mensch muss trauern. Nur der, der einen Verlust bewusst betrauert, kann wieder heil werden und irgendwann wieder am Leben teilnehmen. Der Schmerz über den Tod des Verstorbenen wird bestehen bleiben, aber der Schmerz verändert sich, er wird schwächer.

Doch das sollte sich ändern. Fast schon ein Klassiker für Menschen, die jemand Nahestehenden verloren haben. Zeigt für jeden verständliche psychologische Hintergründe: Trauern ist ein lebendiger Prozess mit vielen wechselnden Gefühlen.

Bonanno: Die andere Seite der Trauer. Verlustschmerz und Trauma aus eigener Kraft überwinden Bielefeld 2012.

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