Question: Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?

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Das Leben im Mittelalter war geprägt von kaum vorhandener Hygiene und rückständiger medizinischer Versorgung. Wurde man im Mittelalter krank, war das eine sehr ernste Sache und sehr oft überlebten die Menschen Krankheiten oder Verletzungen nicht.

Deutsche Ostsiedlung, Historischer Schul-Atlas, 1893. Ungefähre grob schematische sprachliche Verhältnisse vor Beginn der Ostsiedlung 895 links und am Ende des Prozesses um 1400 rechts. Bei diesen handelt es sich um die seit etwa 1000 n. In der wird der früher oft benutzte Begriff Deutsche Ostkolonisation seit Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund der sprachlichen Nähe zum der kaum noch verwendet.

In dem räumlich nicht klar einzugrenzenden Einwanderungsgebiet wurden Städte und Kolonistendörfer nach angelegt, bestehende Dörfer und frühstädtische Siedlungen erweitert und umstrukturiert.

In den reichsnahen ehemaligendem südlichen und in Schlesien wurde die westslawische Vorbevölkerung bis auf wenige Enklaven assimiliert. In Polen, teilweise aber auch in der gingen die deutschsprachigen Neusiedler in der slawischen Mehrheitsbevölkerung auf.

In den Regionen zwischen Elbe und Oder sowie im Baltikum trug der Prozess gerade zu Anfang bis etwa 1150 Züge einer Eroberung und gewaltsamen Missionierung; andernorts zeichnete sich durch die Initiative einheimischer Grundherren eine eher friedliche Besiedlung ab. Der europäische mittelalterliche Kulturausweitungsvorgang und Landesausbau durch Schaffung neuer Siedler- und Bauernstellen aufgrund des Bevölkerungswachstums im Altsiedelland setzte nach einer Frühphase seit dem 7. Jahrhundert, verstärkt ab der Mitte des 10.

Jahrhunderts zunächst in ein und wurde in jeweils zeitlicher Phasenverschiebung bis nach Osteuropa vorgeschoben.

Die Siedlungsbewegung hat Ursprünge imdoch erst seit Mitte des 12. Jahrhunderts im kam es zu größeren, wenn auch nicht quantifizierbaren Siedlungsbewegungen von West nach Ost.

Die rein politische Expansion zuvor, ohne nennenswerte Ansiedlungen östlich von Elbe und Saale, ist daher nur bedingt der Ostsiedlung zuzurechnen.

Jahrhunderts im frühen kann der Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? als beendet betrachtet werden. Die Ostsiedlung fand somit hauptsächlich im Hochmittelalter statt. Sie wird, beginnend ab den 1980er Jahren, als Teil eines gesamteuropäischen Intensivierungsvorgangs aus den karolingisch-angelsächsischen Kernländern bis in die Peripherie des Kontinents verstanden. Die ethnischen, kulturellen, sprachlichen und religiösen sowie wirtschaftlichen Veränderungen durch die Ostsiedlung prägten die Geschichte Ostmitteleuropas zwischen Ostsee und Karpaten bis mindestens ins 20.

Zusammen bilden sie die Rahmenbedingungen des beschriebenen historischen Prozesses. Allerdings existiert bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts eine chronologische Reihe von Entwicklungen, die den Hintergrund vor dem eigentlichen Einsetzen der Siedlungsbewegung bildet. Diese fanden in einem Gebiet statt, das im Westen etwa durch die Linie -- und im Osten durch, und begrenzt wird. In den eroberten Gebieten richtete man Grenzmarken ein. Ein Zuzug von Neusiedlern blieb aber aus.

Diese Phase ist daher treffender als Ostexpansion statt Ostsiedlung zu bezeichnen. Die Christianisierung beschränkte sich auf massenhafte Zwangstaufen und die Errichtung von Missionsbistümern wieoder. Die Entwicklung eines erfolgte erst mit der Ansiedlung deutscher Kolonisten ab der 2. Allerdings ging Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? wieder die Kontrolle über bereits eroberte Gebiete verloren.

Besonders gravierende Folgen hatten der und eine Erhebung der ab 1066. Außerdem gerieten die im Gebiet zwischen Elbe und Oder zunehmend in Konkurrenz mit den Fürsten vondie ebenfalls ein starkes Interesse an der Unterwerfung und Eroberung der Gebiete hatten. Besonders erfolgreich war dabei der erste polnische König.

Das zeigt vier Frauengestalten, die dem Kaiserdarunter erstmals auch Sclavinia, der Teil Europas. Allerdings blieb der Aufruf ohne erkennbare Wirkung; weder erfolgten Kriegszüge gegen die Wenden noch eine Besiedlung ihrer Gebiete. Seit 1124 kam es zu ersten Ansiedlungen von Flamen und Niederländern in Norddeutschland bis zur Eider.

Darauf folgte die Eroberung des Landes der durch die Holsten beziehungsweiseund 1139, die Gründung 1143 und der Aufruf von Graf zur Ost im gleichen Jahr.

Hochmittelalterliche Ostsiedlung

Eine bedeutende Etappe war der militärisch nur bedingt erfolgreiche von 1147, ein Nebenunternehmen des. Ihm folgte 1157 die Eroberung der durchden ersten Markgrafen von Brandenburg. Jahrhundert wurde auch die das spätere von Deutschen besiedelt.

Ein weiteres Siedlungsgebiet entstand in. Jahrhundert an wurden inder Mark Brandenburg, später Deutsch-Böhmen und Deutsch-Mähren bzw. Sudetenland und den östlichen Gebieten und Städte angelegt. Im Baltikum wurde im beginnenden 13. Jahrhundert von den Deutschordensrittern ein eigener gegründet.

Jahrhundert hatte die Bevölkerung in Deutschland von etwa vier auf 12 Millionen zugenommen. In dieser Zeit wurde das Ackerland zunächst auf Kosten der bis dahin noch anders genutzten Flächen und der Waldareale ausgeweitet. Die sogenannte in den Altsiedelgebieten, z. Weitere Faktoren waren laut ein Überschuss an nicht erbberechtigtem Nachwuchs des Adels, dem nach dem Erfolg des die Chancen zum Erwerb neuer Ländereien nicht nur im Heiligen Land, sondern auch in den Peripherieregionen Europas deutlich vor Augen stand.

Hinzu kamen die Auflösungserscheinungen derdie eine höhere Mobilität der Bevölkerung ermöglichte, sowie ein steigender Abgabendruck auf die Bauern. Jahrhundert ist für Mitteleuropa eine Klimaveränderung zu beobachten, die für durchschnittlich höhere Temperaturen sorgte und als bekannt ist.

Hinzu kam der technische Fortschritt etwa Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? Mühlenbau, und vermehrten Getreideanbau. Alle diese Faktoren begünstigten den oben erwähnten Bevölkerungsanstieg und machten die Erschließung neuer Anbauflächen attraktiv, wozu auch die Siedlungskonzentration durch gehörte.

Sie können als charakteristisch für den Vorgang der deutschen Ostsiedlung gelten. Die alten wie neuen Landesherren in Ostmitteleuropa besaßen zwar viel Land, dieses war jedoch in weiten Teilen nicht urbar gemacht und erbrachte somit kein Einkommen. Nachdem sich Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter als wenig effektiv erwiesen hattenwarben sie daher mit erheblichen Privilegien und Versprechen um freiwillige Neusiedler aus den alten Reichsgebieten.

Beginnend in den Grenzmarken siedelten die Fürsten Menschen aus dem Reich an, indem ihnen Landbesitz und verbesserte Rechtsstellung gewährt wurden. Von den auf den ersten Blick weitgehenden Vergünstigungen für diese Bauern profitierten die Landbesitzer mit einer zeitlichen Verzögerung wiederum selbst, indem sie überhaupt Einnahmen aus dem Land erzielen konnten, das zuvor brachgelegen hatte.

Die konkrete Anwerbung von Siedlern, die Verteilung des Landes und die Errichtung der Siedlungen übertrugen die Landesherren im Regelfall an sogenannte. Diese oft dem niederen Adel oder Stadtbürgertum entstammenden, oft vermögenden Männer organisierten berufsmäßig die Besiedlungszüge, angefangen von der Werbung über Ausrüstung und Reise bis zur Rodung und Errichtung der neuen Siedlungen in der Gründungsphase.

Rechte und Pflichten der Lokatoren und der Neusiedler wurden in einem Lokatorenvertrag geregelt. Vergabe eines Lokationsauftrags durch den Landesherrn; Rodungsvorgang und Hausbau; der Lokator fungiert als Richter über die Siedler. Ein Land, das nur einerlei Sprache und einerlei Sitten hat, ist schwach und gebrechlich. Darum, mein Sohn, trage ich Dir auf, begegne ihnen und behandle sie anständig, damit sie bei Dir lieber weilen als anderswo.

Nicht selten erhielten die neuen Siedlungen ihren Namen auch nach den Lokatoren selbst, z. Der hochmittelalterliche Landesausbau fand jedoch nicht nur mit deutschsprachigen Siedlern statt, sondern wurde in slawisch besiedelten Gebieten wie der und im auch von der alteingesessenen slawischen Bevölkerung vorgenommen. Jedoch stießen die Siedler nicht in menschenleere Gebiete vor, sondern in Gebiete, die unterschiedlich dicht von wieoder bewohnt waren.

Anderswo stellten sich zum Beispiel die Slawen von unter fränkische Oberhoheit, um Schutz vor den zu finden. Da die Slawen für ihre Siedlungen Wassernähe bevorzugten, gab es zwischen Elbe und Oder slawischedie durch Grenzwälder voneinander getrennt waren. Die Gebiete des heutigen Österreichs wurden bereits ab dem 6. Ein nicht unerheblicher Teil der kriegsgefangenen Slawen wurde und von zumeist in den muslimischen Kulturraum verkauft. Der belgische Historiker nimmt an, dass diese Bevölkerungsverschiebung, die bis ins 14.

Jahrhundert anhielt, einen bedeutsamen demographischen Faktor darstellt.

Zeittafel zur Philosophiegeschichte

Das Verhältnis von Neusiedlern und autochthoner Bevölkerung wurde gleichermaßen von Konkurrenz und Kooperation geprägt. In der Regel wurden die Rechte und Gewohnheiten der einheimischen Bevölkerung nicht beschnitten, da es genügend brachliegendes Land für neue Ansiedlungen gab.

Durch neue Techniken und Werkzeuge sowie die Möglichkeit, an den neuen Wirtschaftsweisen schrittweise teilzunehmen, ergaben sich für lern- und assimilationsbereite Altsiedler auch neue Möglichkeiten und Anreize. Allerdings kam es auch vor, dass die Einheimischen vertrieben wurden, um Platz für Neusiedler zu schaffen.

Für das Dorf Böbelin in Mecklenburg ist z. Ausrottungsversuche sind aber nicht bekannt. Eine Diskriminierung der Altsiedler war kein generelles Konzept, wo sie vorkam, war sie jedenfalls nicht ethnisch begründet. Vielmehr machten für die Landesherren die mittelfristig deutlich höheren Einnahmen aus der Neubesiedlung die Verdrängung der alteingesessenen Bevölkerung durch Siedler attraktiv.

Daher wurden Wenden, die sich am Landesausbau beteiligten, rasch assimiliert. Karte vom Ende der Ostkolonisation um 1400 in einem Atlas von 1905. Auch polnisch- Mehrheiten in Niederschlesien rechts der Oder bis 17. Kultur und Sprache der Altsiedler verschwand im Verlauf der Ostbesiedelung bis auf isolierte ländliche Gebiete, wie die Enklaven der imder in der und der.

Die überstanden die Ostsiedlung ebenfalls, aber nicht als Sprachinsel, sondern als Sprachkorridor mit Verbindung zumgefördert durch die jahrhundertelange Zugehörigkeit des zur. Kaschuben und Sorben konnten ihre Sprache und Kultur bis heute bewahren.

Außerdem ist auf die erfolgreiche Selbstbehauptung ursprünglich slawischer Herrschergeschlechter zu oder zu verweisen, die bis in die Neuzeit und teilweise bis ins 20. Es gab verschiedene Motive, die alte Heimat zu verlassen: Zum einen wurden auf Grund des Erbrechts die landwirtschaftlichen Flächen zuhause immer kleinteiliger. Der gesamte Besitz musste unter allen männlichen Nachkommen aufgeteilt werden ; damit sank der Ertrag pro Familie.

Die Abgaben an die Grundherren blieben aber gleich, waren daher immer schwieriger zu leisten, weshalb viele Bauern kaum das Existenzminimum erreichten. Entsprechend attraktiv war die Möglichkeit, weitaus größere Ackerflächen im Osten zu bewirtschaften, die gemäß den Versprechungen der Landesherren fruchtbar und reich an Tieren seien. Die Siedlung nach Osten bedeutete auch einen Gewinn an persönlicher Freiheit. So konnten die Neusiedler zu werden. Der im Verhältnis äußerst geringe Pachtbetrag und die freie Bewirtschaftung des Landes war Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?

Westen so nicht bekannt. Solange der Eigentümer keinen Schaden nahm, konnte der Pächter sogar das Land verkaufen und im Erbfall sich seinen Nachfolger frei wählen. Die Besitztümer mussten nun nicht mehr unter allen männlichen Nachkommen aufgeteilt werden, sondern konnten als Ganzes vererbt werden. Zu einer Auswanderung in die neuen Siedlungsgebiete im Osten ermutigten neben den größeren Anbauflächen und dem großzügigeren Erbrecht auch viele weitere Vergünstigungen.

In den ersten Jahren ihrer Ansiedlung wurden die Siedler zum Beispiel vom und sonstigen Abgaben befreit. Diese Vergünstigungen Freijahre galten drei bis sieben Jahre oder bis das urbar zu machende Land Erträge abwarf. Der im Vergleich zur Heimat höhere Ertrag machte die dann anfallenden Abgaben zudem weniger drückend. Eine weitere Erleichterung waren die wegfallenden unbemessenen wie z.

Die Bauern konnten sich ganz auf die Landwirtschaft konzentrieren. Die Neusiedler wurden ebenfalls nicht zu Heerfahrten verpflichtet. Durch diese Vergünstigungen und die berufsmäßige Organisation der Ostsiedlung durch die Landesherren setzten letztlich die großen Besiedlungszüge ein, die das heutige Mittel- und Osteuropa erfolgreich erschlossen und bis heute strukturell und kulturell geprägt haben.

Vergleichbare Projekte wurden später durch die Ansiedlung deutscher Bauern in Russland umgesetzt. Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? dem Begriff wird in der Linguistik die Übernahme vonund verstanden.

Es handelt sich in diesem Fall um eine Form des Sprachaustauschs zwischen dem Deutschen und den slawischen Sprachen, der ohne die Ostsiedlung Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? bleibt. Man unterscheidet dabei direkten und indirekten Sprachaustausch. Zum direkten Sprachaustausch kommt es durch unmittelbaren Kontakt zwischen Personen der verschiedenen Sprachgruppen. Hierunter kann der so genannte Nahkontakt zählen, also der Austausch von Sprachelementen bedingt durch Zweisprachigkeit der Menschen, oder durch räumliche Nähe der Sprecher der jeweiligen Sprache.

Fernkontakt hingegen ist die Übernahme von Worten in direktem Kontakt, der allerdings in der Ferne, also nicht in der unmittelbaren Heimat, sondern z. Sie stammen aus dem Urgermanischen und Urslawischen. Die urslawische Bezeichnung kъnędzъ ist in fast allen slawischen Sprachen wieder zu finden und ist das entlehnte germanische Wort kuninga, nhd.

Aus dem Deutschen wurden vor allem Wörter in vermittelt, die das Handwerk, Politik, Landwirtschaft und Ernährung betrafen Bsp. Ein Beispiel für Entlehnung aus dem slawischen in den germanischen Sprachgebrauch ist das Wort Grenze. So hieß es in mhd. Auch Städtenamen sind von Sprachaustausch, Lautverschiebung und der zweiten betroffen.

So wird Regensburg auf Tschechisch Řezno genannt, im Urslawischen Rezъno. Auf Grund des intensiven Sprachkontakts wurden auch Redewendungen übertragen. Manche Dörfer, zumeist jene, die auf Rodungsland oder sonst aus wilder Wurzel, das heißt gänzlich neu gegründet wurden, erhielten deutsche Namen, die zum Beispiel auf -dorf oder endeten; auch der Name des Lokators oder der Herkunftsort der Siedler Beispiel: in Flandern konnte Teil des Ortsnamens werden.

Manchmal wurden aber auch wendische Flurnamen übernommen. Sie gehörten zu Beginn des 12. Jahrhunderts zu den ersten Einwanderern in Mecklenburg und zogen in den darauffolgenden Jahren immer weiter ostwärts bis nach Pommern und Schlesien und im Süden bis nach Ungarn.

Die Motive für die große Zahl der niederländischen Auswanderer waren vielfältig. Neben dem Mangel an Siedlungsflächen in ihren bereits weitgehend erschlossenen Heimatgebieten waren mehrere Flutkatastrophen und Hungersnöte ausschlaggebend für die Abwanderung aus der Heimat.

Außerdem waren sie aufgrund ihrer Erfahrungen und speziellen Fertigkeiten in der Errichtung von Deichen und in der Entwässerung und Trockenlegung von gefragte Experten für die Besiedlung der noch unerschlossenen Gebiete östlich der Elbe.

Die Trockenlegung des Landes erfolgte durch Anlage einer netzartigen Struktur von kleineren Entwässerungsgräben, die das Wasser in Hauptgräben ableiteten. Entlang dieser Hauptgräben führten Verkehrswege, die die einzelnen Höfe der Siedler miteinander verbanden.

Niederländische Siedler wurden besonders ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in großer Zahl von den örtlichen Landesherren angeworben. Die gezielte Anwerbung von Flamen durch den Erzbischof von Magdeburg spiegelt sich im Namen des Höhenzugs. Jahrhunderts wurde für dieses Gerät vielfach die Begriffe Haken bzw.

Die Funktionsweise des Hakens bestand darin, dass er die Erde an der Oberfläche aufriss und das Erdreich nach beiden Seiten verteilte, ohne es zu wenden. Er war daher besonders für leichten und sandigen Untergrund geeignet. Jahrhunderts setzte sich die von den westlichen Siedlern eingeführte auch in den Gebieten östlich der Elbe endgültig durch, und zwar vor allem in den bisher unerschlossenen lehmhaltigen Böden.

Die neue Art der Bewirtschaftung erforderte den Einsatz des schweren Wendepfluges.

Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?

Der Wendepflug bestand, anders als der Haken, aus mehreren Einzelteilen. Seine wichtigsten Teile waren dasdas Streichbrett und die. Im Gegensatz zu dem Haken, der bei schweren Böden einen weiteren Arbeitsvorgang in Querrichtung benötigte, um das Erdreich zu lösen, konnte der Wendepflug das Erdreich in nur einem Arbeitsvorgang tief aufgraben und nach einer Seite wenden.

Dieser Umstand wurde bei der Festsetzung der Abgaben berücksichtigt. So betrug die Belastung durch Zinsen und für die Bauern, die nach wie vor den Haken zur Bestellung ihrer Felder verwendeten, wegen der geringeren Erträge nur die Hälfte der Abgaben der Nutzer des wirtschaftlicheren Wendepflugs.

Die unterschiedlichen Funktionsweisen beider Geräte hatten auch Einfluss auf die Form und die Größe der Anbauflächen. So besaßen die mit dem Haken bearbeiteten Ackerflächen etwa die gleiche Feldlänge und -breite und hatten eine quadratische Grundfläche, die schachbrettartig gepflügt wurde.

Für den Wendepflug waren lange Felder mit rechteckiger Grundfläche wesentlich besser geeignet, da die schweren Geräte seltener gewendet werden mussten. Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? der Einführung der neuen Produktionstechniken kam es auch zu einem Wandel in der Art der Bepflanzung durch den Anbau neuervon denen sich derin Brandenburg auch derals die wichtigste Getreideart durchsetzte.

Typisch für die slawische Keramik waren Standbodengefäße. Mit dem Zuzug neuer Siedler aus dem Westen kamen neue Gefäßformen wie der auf. Sie unterschieden sich außer in ihrem Aussehen auch in dem härteren Brennverfahren von der bisherigen, im östlichen Mitteleuropa weit verbreiteten slawischen Keramik.

Die als bezeichnete Art der Keramik trat ab Ende des 12. Jahrhunderts in den Gebieten östlich der Elbe vermehrt auf, zunächst erst noch in einer weicheren Variante. Sie wurde spätestens im 13. Jahrhundert in Pommern flächendeckend hergestellt, als neue bzw. Gleichzeitig stieg mit dem Fortschreiten des Landesausbaus der Bedarf für Haushaltswaren wie Töpfe, Kannen, Krüge und Schalen, die zuvor oftmals aus Holz gefertigt wurden, stetig an und förderte die Entwicklung neuer Absatzmärkte.

Weitere Verfeinerungen in der Keramikherstellung des 13. Jahrhunderts waren das Aufkommen der und der zunehmende Import vonsodass die slawische Keramik im Verlauf weniger Generationen vollständig verdrängt wurde. Zur slawischen Keramik siehe auch: Der Transfer von Technik und Wissen wirkte sich in vielfältiger Art auf die Lebensweise von Alt- und Neusiedlern aus und umfasste neben Neuerungen in der Landwirtschaft und im Handwerk auch noch andere Bereiche, wie zum Beispiel die Waffentechnik, das Urkunden- und das Münzwesen.

Das hierfür viel benötigte Holz war in den kontinentalen Gefilden reichlich vorhanden. Die deutschen Siedler, hauptsächlich aus und Thüringen, die im 13.

Jahrhundert in das Gebiet vorstießen, brachten das bereits den Germanen bekannte als holzsparende, stabile Bauweise mit.

Diese ermöglichte es, auch mehrstöckige Gebäude zu errichten. Eine Kombination der beiden Konstruktionsweisen war schwierig, da sich das horizontal gestapelte Holz der Blockstube in der Höhe anders ausdehnt als die senkrechten Ständer des Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?.

Das Ergebnis war der neue Typus des mit einem um die Blockstube im Erdgeschoss herum gezimmerten Fachwerk, welches alleine das ebenfalls in Fachwerk ausgeführte Obergeschoss trägt. Diese Siedlungsformen wurden zum geringeren Teil aus dem Altsiedelgebiet übertragen, zum größeren Teil aber auch erst für die Neusiedlungen entwickelt, um sich den geographischen Gegebenheiten ideal anzupassen.

Bei den Dorfgründungen der deutschen Ostsiedlung handelte es sich um bewusste Eingriffe herrschaftlicher Instanzen. Die neuen Siedlungen wurden geplant und gesteuert, es handelte sich folglich nicht um unkoordinierte Einzelhandlungen. Vorherrschend waren drei Arten der Flureinteilung in der Ostsiedlung: Breitstreifen, regelhafte mit Dreifelderwirtschaft und.

Reihendorf entstand, wenn die Hufen in geschlossenen Längsstreifen an die regelmäßig aufgereihten Höfe angegliedert waren. Höfe im Abstand von jeweils 100 m führten zu langgestreckten Dörfern, den Waldhufensiedlungen. Es entstanden auch Sonderformen wie der Rundling und das. Die Entstehung des Rundlings lässt sich nicht eindeutig klären, es ist aber relativ sicher, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Zuzug deutscher Grundherren und dem Umstrukturierungsprozess slawischer Siedlungen in die neue Agrar- und Rechtsordnung verbunden ist.

Im mittleren Brandenburg entstanden außerdem regelhafte und mit Hufengewannfluren. Die Anlage von großen Planformen ist wahrscheinlich ein Zeichen für die Auflösung slawischer Kleinsiedlungen und die Integration in die neuen Dörfer, oft Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?. Dies bedeutete jedoch keine gänzliche Aufhebung der zuvor bestehenden slawischen Kleinsiedlungen, die aber regelhafter umstrukturiert wurden.

Die Siedlungsformen können desto deutlicher räumlich differenziert werden, je weiter man nach Osten schaut.

Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?

Brüche der Siedlungsformen in den Gebieten treten zum Beispiel durch Waldgebirge auf. Zum einen handelt es sich um die statisch-formale. Erstmals wurde diese Methode von genutzt, der Flurkarten und Katasterpläne als Hilfsmittel für Rechtsstreitigkeiten als Kommissar im preußischen Justizdienst nutzte.

Allgemein ging man im 19. Jahrhundert davon aus, dass ländliche Siedlungsformen Eigenschaften bestimmter kultureller Gruppen repräsentieren. Zum anderen ist die rückschreibende Katasterkartenauswertung von Bedeutung. Diese geht von der topographisch-genetischen Methode der Flurkarteninterpretation von aus, welche Bezug auf räumlich differenzierte Fluren nimmt, die nicht nur auf ungleichen Parzellenverbänden oder der Landverteilung von Sozialgruppen basieren.

Auch die Entwicklungen einzelner Flurteile sowie natürliche Umstände werden hier berücksichtigt. Wie weit eine Untersuchung überhaupt möglich ist, basiert hauptsächlich auf der Quellenlage, der Regelmäßigkeit einer Flur, der Größe von Gemengelage, dem Erbrecht und den Sozialstrukturen.

Erst auf dieser Basis können die statisch-formale und topographisch-genetische Methode sowie die Rückschreibung angewendet werden. Die Annahme, dass die Straßen- Anger- und Waldhufendörfer in ihrer gesamten Struktur einfach aus den Altsiedelgebieten übernommen wurden, wird inzwischen stark infragegestellt. Für diesen Forschungsansatz gilt es als wahrscheinlicher, dass sich diese Formen erst im Neusiedelgebiet voll entfaltet haben.

Ebenso sollte davon ausgegangen werden, dass der Integrationsprozess der neuen Siedler über einen Zeitraum mehrerer Generationen angedauert hat. Ein Defizit in der bisherigen Forschung liegt darüber hinaus in der Beschränkung der Untersuchung dieses Themenfeldes Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? die Neusiedlungsgebiete. Unter einer versteht man die agrarische Nutzungsfläche, welche einer Siedlung abzüglich des Waldgebietes zur Verfügung steht.

Die kleinsten Elemente einer Flur nennen sich. Diese Parzellen haben unterschiedliche Formen und Größen. Mehrere Blöcke oder Streifen können sich zu einem Parzellenverband vereinen. Größere Flurbezirke werden auch als bezeichnet. Man unterscheidet den arrondierten Besitz eines Betriebes Einödlage von der Verteilung von Parzellen über verschiedene Fluren Gemenglage sowie Groß- und Kleinblöcke.

Ein Großblock sollte sich mindestens über eine Fläche von 10 bis 15 erstrecken. Alles was darunter liegt wird als Kleinblock verstanden. Sowohl in Klein- als auch in Großblöcken wird jeweils noch zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen unterschieden.

Das Verhältnis von Breite zu Länge der Parzellen liegt bei Blockfluren unter 1:2,5. Blockfluren, für den Einsatz leichter Hakenpflüge geeignet, werden daher als Gebiete der slawischen Altsiedler verstanden.

Der Ausdruck könnte vom Wenden des Pfluges herrühren, das wegen der hohen körperliche Anstrengung vermieden werden sollte und so zu den langen Flurstreifen führte. Dies erkennt man an den Feldern, die nur ca. Setzten sich mehrere Gewanne zusammen, so spricht man von einer Gewannflur. Die einzelnen Gewanne wurden aufgrund des Erbrechts in immer kleinere Streifen geteilt. Gewannflure gehen aus einer streifenförmigen Aufteilung der oben genannten Blöcken Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?.

Das Verhältnis von Breite zu Länge der Parzellen ist bei den Streifenfluren demzufolge Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? 1:2,5. Diese Flurform ist seit dem 8. Jahrhundert zu beobachten, wird aber bis in die Neuzeit immer weiter ausgebaut. Im Kontext der Ostsiedlung diente sie als Indikator für die Urbarmachung durch Neusiedler, weil der Einsatz der neuartigen mit effizienteren Zugtieren bessere Erträge ermöglichte.

Durch ihr höheres Gewicht bearbeiteten sie den Boden nicht nur oberflächlich, konnten allerdings nur mühsam gewendet werden und begünstigten so die Entstehung langer Flurstreifen. Einerseits gab es bereits viele slawische Burgstädte castra wie z. Allerdings erfuhren diese durch gezielte Neuansiedlungen und Erweiterungen locatio civitatis vom Ende des 12. Auch die Ansiedlung eines Bischofssitzes, wie etwa inkonnte zur Stadtentstehung führen.

Doch es wurden auch Städte aus dem Nichts aus wilder Wurzel gegründet, wie z. Wie bei den Dörfern kamen auch hier zum Einsatz. Charakteristisch sind für die Gründungsstädte geometrische oder zumindest Planung erkennen lassende Grundrisse, wie etwa zwei Hauptstraßen als sich kreuzende Achsen und einen zentralen, oft rechteckigen Marktplatz.

Gerade bei Neugründungen lässt sich eine kombinierte Stadt- und Dorfsiedlung beobachten: Dörfer werden angelegt zur Erzielung von Getreideüberschüssen, die gleichzeitig einen städtischen Sammelpunkt oft auch in Form von für den Anschluss an den Handel brauchen.

Im Entstehen von Doppelstädten, die entsprechend Namen wie Neustadt oder Altstadt tragen, spiegeln sich unterschiedliche Siedlungsphasen und siedlungsleitende Herrschaften. Durch die wurden die Bewohner eines festgelegten Raumes privilegiert, was neue Siedler anzog.

Es wurde bereits bestehenden vorstädtischen Siedlungen mit Marktfunktion das formale Stadtrecht verliehen und diese dann umgebaut oder erweitert. Auch kleine, von Altsiedlern bewohnte Siedlungen kamen in Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? Genuss dieser Rechte. Unabhängig von bereits vorhandenen vorstädtischen Siedlungen wurden beauftragt, Städte komplett neu zu gründen.

Im Vordergrund stand immer das Ziel, möglichst viele Menschen zu vorteilhafteren Rechtsbedingungen anzulocken, um neue, florierende Zentren zu schaffen. Die größte Rolle bei der Ostsiedlung spielten dabei das undwelche immer wieder, oftmals in mehr oder weniger abgeänderter Form, als Vorbild für neue Städte dienten.

Weitere Stadtrechte, die regional von Bedeutung waren, sind u. Das Lübische Recht hatte seine Anfänge in der Stadt bereits um 1188. Jahrhundert diente es im gesamten See- und Handelsraum der Ostsee als Vorbild für rund 100 Städte, darunterund. Außerdem breitete es sich bis ins aus z.

Nach dem Lübischen Recht lebten Anfang des 15. Das Magdeburger Recht, welches zum Teil auf Privilegien des von 1188 zurückgeht, breitete sich zuerst inz.

Später wurden die Rechte, die auf dem Magdeburger Vorbild Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? z. Die Rechte wurden zum Teil mehr oder weniger stark abgeändert. Diese Änderungen konnten eine Reduzierung oder Erhöhung der Bußgelder betreffen oder gar die Unabhängigkeit von Städten begrenzen.

Da bei der weitverzweigten Stadtrechtsfamilie nur ein Rat überfordert und ineffektiv war, gründeten sich sogenannte in den verschiedenen Gebieten, an die sich die Städte wenden konnten. In der lübischen Stadtrechtsfamilie waren die Verbindungen noch enger; dort diente bis zur Mitte des 17.

Jahrhunderts Lübeck als für die Tochterstädte. Landes- und Stadtherrn missfiel es oftmals, dass sich Städte in ihrem Einflussbereich an weit entfernte Städte wandten und von dort aus Recht gesprochen wurde.

Sie hatten Angst, dass die Autonomiebestrebungen der Städte ihrem Herrschaftsanspruch zuwiderliefen, und gingen deshalb dagegen vor, hatten aber erst im damit größere Erfolge. In einigen polnischen Gebieten wurde es der einheimischen Landbevölkerung dagegen verboten, in die Städte zu ziehen, da die Landesherrn Angst davor hatten, ihre Landgüter könnten entvölkert werden.

Auch wurde in einigen Städten die Bürgerrechte gänzlich verwehrt. Den größten Unterschied zwischen Alt- und Neusiedlern kann man anhand der Rechtsprechung in den Städten feststellen. Deutsche Neusiedler waren in der Regel gegenüber den einheimischen Altsiedlern im Vorteil. Dies machte sich vor allem bei der Festlegung von Bußgeldern bemerkbar, so musste man z.

Auch bei den zu Gericht zulässigen Sprachen gab es ethnische Ungleichbehandlung, so mussten z. Angeklagte beweisen, dass sie der deutschen Sprache nicht mächtig waren. In wurde 1329 sogar das Polnische vor Gericht gänzlich verboten. Die einzigen Neusiedler, die ebenfalls systematisch benachteiligt wurden, waren die Juden, wie dies im Altsiedelgebiet ebenfalls üblich war.

Die heidnischen Religionen der sahen sich schon vor Beginn der Ostsiedlung, seit der Regierung Ottos I. Der Slawenaufstand von 983 warf diese Bemühungen aber für fast 200 Jahre zurück.

Anders als die schon vor der Jahrtausendwende Tschechen und Polen ging die Bekehrung der Elbslawen zum Christentum anfangs mit einher. Die Missionierung der heidnischen slawischen Völker erfolgte dabei durchaus auch unter Anwendung von Zwangsmitteln, wobei diese durch das universale Geschichtsverständnis des Christentums legitimiert wurden.

Dabei war der Kampf Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? christlichen Ritter im Land östlich von und auch Teil der umfassenden mittelalterlichen Kreuzzugsbewegung. Der ab etwa 1150 einsetzende Zuzug von Neusiedlern führte zu einer christlichen Überformung der Gebiete zwischen Elbe und Oder. Einerseits errichteten die Neusiedler in ihren Dörfern Pfarrkirchen aus Holz, später aus.

Andererseits wurden auf heidnischen Heiligtümern Gotteshäuser, wie dieund Klöster, wie die Zisterzeerrichtet. Die unersetzlichen lagen jedoch auf anderen Gebieten.

Vergleichbare Phänomene finden sich in allen Peripheriegebieten des ehemaligen karolingischen Großreichs, bspw. Aber auch die Emigration der aus dem in zuvor schwach besiedelte bis unbewohnte Täler Oberitaliens, Graubündens und Vorarlbergs hatte zum Teil dieselben Voraussetzungen. Die Entwicklung einzelner Regionen in dem geographisch nur schlecht abgrenzbaren Raum, der von der Ostsiedlung geprägt wurde, kann hier nicht skizziert werden. Ein großer Teil der deutschen Siedler im Donauraum wanderte nach Ungarn, allerdings erst nach dem Ende der.

Allerdings ist ein Erlahmen der Siedlungsbewegung um 1300 zu beobachten; im 14. Jahrhundert kommt es nur noch vereinzelt zu Siedlungsvorgängen unter Beteiligung deutschsprachiger Kolonisten. Eine Erklärung für das Ende der Ostsiedlung muss verschiedene Faktoren mit Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?, ohne diese klar gewichten oder voneinander abgrenzen zu können: die Klimaverschlechterung ab ca.

Jahrhundert hat ein sprachlicher und sozialer Ausgleichs- und Assimilierungsprozess eingesetzt, durch den bis zum Beginn der Neuzeit der Großteil Pommerns, die nördlichen Teile Preußens, die Neumark, Schlesien links der Oder, die böhmisch-mährischen Randgebiete, die Obersteiermark und Kärnten bis auf kleine Reste deutsch- das östliche Oberschlesien und das südliche Kleinpolen wieder polnischsprachig wurden.

Zusammen mit dem demographischen Einbruch durch die lassen sich tiefgreifende nachweisen. Das Ende der Ostsiedlung wäre, wenn sich hier ein klarer Zusammenhang belegen ließe, als Teil der Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? verstehen. Die slawische Historiographie übernahm bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert fand die Geschichte der deutschen Ostsiedlung erstmals stärkere Beachtung. Mit dem Aufkommen des im 19.

Jahrhundert entstand eine zunehmend ideologisiertedie ihren Höhepunkt in der erreichte siehe auch. Nach der politisch-militärischen Katastrophe desdie einerseits den Träumen der ein Ende bereitet und andererseits die herrschende Klasse diskreditiert hatte, wurden das Deutschtum und das an sich zur wichtigsten.

Der sollte die nun völkisch interpretierte deutsche Ostkolonisation wiederbeleben und vollenden, obwohl nicht annähernd genügend Menschen zur Siedlung zur Verfügung standen. Die Ostforschung der zeichnete sich durch ein hohes Maß an personeller und methodischer Kontinuität aus. Sie wurde in den Dienst des und der gestellt. Der dezidiert nationale, wenn nicht gar nationalistische Blickwinkel auf die Ostsiedlung wurde beendet durchder 1975 die einschlägigen Referate der Reichenau-Tagungen des als Herausgeber zusammenfasste: Die deutsche Ostsiedlung des Mittelalters als Problem der europäischen Geschichte.

Erst das Ende des Kalten Krieges machte den Weg frei für einen unbefangeneren Umgang mit Ostforschung und der deutschen Ostsiedlung, vor allem durch den vorurteilsfreieren fachlichen Austausch zwischen deutschen, polnischen und tschechischen Forschern.

Neuere Forschungsansätze sehen die hochmittelalterliche Ostsiedlung im gesamteuropäischen Zusammenhang: Neben Charles Higounet und Peter Erlen steht dafür auch Robert Bartlett mit seinem Werk The Making of Europe. Conquest, Colonization and Cultural Change, 950—1350 London 1993.

Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?

Für die deutsche Taschenbuchausgabe 1998 wurde der dramatisierende Titel Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt. Eroberung, Kolonisation und kultureller Wandel von 950 bis 1350 gewählt. Bartlett, Professor für Geschichte des Mittelalters an der schottischen University of St. Andrews, vertritt vereinfacht folgende These: Durch das kommt es zu erhöhten Ernteerträgen und dadurch wiederum zu einem. Jedoch hatten schon auf dem 1932 in Göttingen polnische und tschechische Forscher die Geschichte als Geschichte seiner kulturellen aufgefasst: Die Anverwandlung der in Form ihrer christlichen Nachfolgekulturen und deren Ausbreitung über Europa wurden als das Charakteristische in der Ausprägung des europäischen Geschichtsfeldes gedeutet.

Damit lag der Akzent aufAngleichung und. Für ist es unbezweifelbar, dass der Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter? des mittelalterlichen Landesausbaus mit der hochmittelalterlichen Kolonisation im 12. Jahrhundert nach Umfang und Intensität seinen Gipfel erreicht hat. Einer solchen Kulturausweitung bedurfte jedoch das gesamte nachantike Europa, um die Grundlage für die eigentliche europäische Geschichte des zweiten nachchristlichen Jahrtausends zu gewinnen.

Das Zusammentreffen der wirtschaftlichen - und Ausbaumöglichkeiten — von den nordwesteuropäischen Zentren nach Osten ausstrahlend — mit den Impulsen der oberitalienischen kommunalen Verfassungsentwicklung hat die Effizienz der großen West-Ost-Bewegung bewirkt, die über die östlichen Markengebiete des Reiches bis weit in die östlichen, nordöstlichen und südöstlichen Nachbarländer vordrang.

Seit dem in der Sichtweise der Ostsiedlung durch Walter Schlesinger haben sich durch geänderte Forschungsansätze wesentliche Veränderungen des Bildes von den Siedlungsvorgängen des 12.

Jahrhunderts in der Germania Slavica ergeben. Die Tatsache einer umfangreichen Beteiligung slawischer Bevölkerung an den Vorgängen des Landesausbaus hat dazu geführt, dass der Begriff deutsche Ostsiedlung weitgehend durch die neutrale Formulierung hochmittelalterliche Ostsiedlung ersetzt wurde.

Vielfach haben sie sich erst in den Ausbaugebieten entwickelt und voll ausgeprägt. Als Beispiel für den Paradigmenwechsel siehe Art. Schlesien, Polen, Böhmen-Mähren, Österreich, Ungarn-Siebenbürgen. Neu übertragen und erläutert von. Eroberung, Kolonisation und kultureller Wandel von 950 bis 1350.

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Ein struktureller Vergleich zwischen Südwestfrankreich, den Niederlanden und dem Ordensland Preußen. Neuausgabe als E-Buch Kindle-Version2012. Der Osten und der Westen des mittelalterlichen Lateineuropa, Berlin 2007,S. Allgemeine Siedlungsgeographie, Teil 1: Die ländlichen Siedlungen. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1989. Aufsätze zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen, hrsg. Wolfram Fischer und Michael Müller, Berlin 1991. Der ethnische und strukturelle Wandel östlich von Saale und Elbe im Blick der Neuzeit.

In: : Ostsiedlung und Landesausbau in Sachsen. Die Kührener Urkunde von 1154 und ihr historisches Umfeld. Juni 2012, abgerufen am 18. In: Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter. In: 66, Heft 2 1979S. In: Deutsch im Kontakt der Kulturen. Schlesien und andere Vergleichsregionen, S.

Bosau, Slawenchronik, Buch I, Kap. Bosau, Slavenchronik, Buch I, Kap. Untersuchungen zum Landesausbau des 12. Jahrhunderts im ländlichen Raum, Felix Biermann, Günter Mangelsdorf Hrsg. Zwei Fallbeispiele — fünf Thesen, in: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 34 2006S. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 34 2006S.

Das Magdeburger und Lübecker Recht in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, Köln u. In: Gerhardt: Handbuch der deutschen Geschichte. Deutscher Welche Faktoren prägten die Lebenswelt der Menschen im Mittelalter?

Verlag, 1973, S. In: Klaus Zernack, Wolfram Fischer Hrsg. Aufsätze zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen. Aufsätze zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen, hrsg. Wolfram Fischer und Michael Müller, Berlin 1991, S. Berlin, Prag 2009 in Vorbereitung.

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